Warum ich künftig auch junge Menschen weltweit für die Wirkung von Sprache sensibilisieren möchte.
Wie oft stimmen wir einer Meinung zu, nur weil andere sie vertreten? Wie häufig schweigen wir, obwohl wir widersprechen möchten? Und wie sehr beeinflusst das, was wir täglich hören und lesen, unsere eigenen Überzeugungen?
Solche Situationen kennen wir aus dem Alltag. Wir lachen über einen Witz, den wir nicht lustig finden. Wir übernehmen eine Formulierung, weil sie überall zu hören ist. Oder wir verzichten auf einen Einwand, weil wir nicht auffallen möchten.
Dabei geht es um mehr als die Fähigkeit, sich sprachlich auszudrücken. Es geht auch darum, zu erkennen, wie Worte unser Denken beeinflussen und wie wir selbst mit diesem Einfluss umgehen.
Von der Sprachkompetenz zum Sprachbewusstsein
Mit „Deutsch mal anders“ beschäftige ich mich seit Langem mit der Frage, wie Menschen ihr sprachliches Wissen selbstbewusst anwenden können. Denn eine Sprache zu beherrschen bedeutet noch nicht, sie in jeder Situation auch wirksam einsetzen zu können.
Doch wer sich mit sprachlicher Handlungsfähigkeit auseinandersetzt, begegnet einer weiteren Frage: Wie selbstbestimmt handeln wir eigentlich, wenn unsere Worte, Meinungen und Entscheidungen auch durch andere geprägt werden?
Sprache ermöglicht Verständigung, schafft Zugehörigkeit und eröffnet Handlungsmöglichkeiten. Sie kann aber ebenso Erwartungen vermitteln, sozialen Druck verstärken und Menschen davon abhalten, ihre eigene Position zu vertreten.
Sprache ist Macht. Gerade deshalb halte ich es für wichtig, nicht nur sprachliche Fähigkeiten zu fördern, sondern auch das Bewusstsein für die Wirkung von Worten.
Junge Menschen dort erreichen, wo sie sind
Besonders junge Menschen möchte ich für diese Zusammenhänge sensibilisieren.
Sie wachsen mit einer Vielzahl digitaler Kommunikationsmöglichkeiten auf. Meinungen, Trends und Botschaften begegnen ihnen nicht nur im persönlichen Umfeld, sondern auch auf Plattformen, auf denen Inhalte innerhalb kürzester Zeit verbreitet und aufgegriffen werden.
Das eröffnet Möglichkeiten für Austausch und Teilhabe. Zugleich stellt sich die Frage, wie wir zwischen eigenen Überzeugungen und den Erwartungen anderer unterscheiden.
Wer junge Menschen für solche Fragen gewinnen möchte, muss bereit sein, auch die eigenen Kommunikationswege zu überdenken.
Für mich bedeutet das, nicht ausschließlich dort zu veröffentlichen, wo bereits ein Interesse an Sprachbildung besteht. Ich möchte auch Menschen ansprechen, die sich bisher kaum mit diesem Thema beschäftigt haben.
Deshalb habe ich für „Deutsch mal anders“ einen TikTok-Kanal gestartet.
Warum auf Englisch?
Der Name „Deutsch mal anders“ bleibt. Doch die neue Videoreihe richtet den Blick über das Erlernen einer bestimmten Sprache hinaus.
Ob jemand Deutsch, Englisch, Rumänisch oder eine andere Sprache spricht: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, der Einfluss von Gruppendruck und die Herausforderung, eine eigene Meinung zu vertreten, sind nicht an eine einzelne Sprache gebunden.
Englisch ermöglicht es mir, diese Fragen einem internationalen Publikum zugänglich zu machen.
Mit kurzen Videos möchte ich Alltagssituationen aufgreifen, zum Nachdenken anregen und erfahren, wie junge Menschen selbst darüber denken.
„Who’s choosing your words?“
Mein erstes Video beginnt mit einer einfachen Frage: Hast du schon einmal etwas gesagt, nur um dazuzugehören?
Es geht um das Lachen über einen Witz, den man nicht lustig findet, um das Schweigen im falschen Moment und um die Worte, die wir von anderen übernehmen.
Dahinter steht eine Frage, die mich besonders interessiert: Wie erkennen wir, ob wir tatsächlich unsere eigene Meinung vertreten?
Mit diesem Video beginnt ein neuer Abschnitt von „Deutsch mal anders“. Ich möchte die bisherigen Themen nicht hinter mir lassen, sondern um eine Perspektive erweitern, die Menschen unabhängig von Alter, Herkunft und Muttersprache betrifft.
Ich freue mich darauf, neue Erfahrungen zu sammeln, jungen Menschen zuzuhören und meine Arbeit auf diesem Weg weiterzuentwickeln.
Wenn Sie mich dabei begleiten möchten, sind Sie herzlich eingeladen.
Mein neuer TikTok-Kanal:
Think twice. Speak up. Make your voice count.
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