Lernen folgt selten der Logik unserer Zeit. Während wir heute gewohnt sind, Ergebnisse möglichst sofort zu sehen, entwickelt sich Lernen oft im Verborgenen.
Gerade in der Sprachbildung lässt sich dieses Phänomen immer wieder beobachten. Über Wochen oder sogar Monate scheint sich kaum etwas zu verändern. Wörter werden vergessen, Grammatik wirkt unsicher und Gespräche kosten viel Kraft. Doch unter der Oberfläche geschieht mehr, als zunächst sichtbar ist.
Plötzlich gelingt ein Gespräch, das zuvor undenkbar erschien. Eine Formulierung entsteht ganz selbstverständlich. Eine sprachliche Struktur wird nicht mehr bewusst angewendet, sondern intuitiv genutzt. Der eigentliche Lernfortschritt hat in diesem Moment nicht erst begonnen, er war längst im Gange.
Deshalb sollten wir Lernen nicht ausschließlich an kurzfristig sichtbaren Ergebnissen messen. Viele Entwicklungen benötigen Zeit, bevor sie sich im Handeln zeigen. Gerade diese unsichtbaren Phasen gehören zu jedem nachhaltigen Lernprozess.
Jeder Lernfortschritt beginnt lange, bevor er sichtbar wird. Deshalb lohnt es sich, dranzubleiben.
Daniela Lotzen
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